Afghanistan: Petraeus entschuldigt sich für Tötung von Kindern

Der Kommandeur der NATO-geführten Internationalen Schutztruppe (ISAF) in Afghanistan, David Petraeus, hat sich heute für die Tötung von neun Kindern bei einem Luftangriff im Osten des Landes entschuldigt. Stunden zuvor hatte der afghanische Präsident Hamid Karzai der NATO-Truppe die „tägliche Tötung“ von Zivilisten vorgeworfen. In der ostafghanischen Provinz Kunar demonstrierten etwa 150 Menschen gegen die USA und die ISAF.

„Wir bedauern diese Tragödie zutiefst und entschuldigen uns bei den Mitgliedern der afghanischen Regierung, der afghanischen Bevölkerung und vor allem den überlebenden Angehörigen der bei unseren Aktionen Getöteten“, erklärte Petraeus. Die Todesfälle hätten „nie geschehen sollen“. Er werde sich nach Karzais Rückkehr aus London persönlich bei ihm entschuldigen.

Zivile Opfer auf „Minimum“ beschränken

Die ISAF werde ihre Untersuchungen fortsetzen und nach deren Abschluss gegebenenfalls Disziplinarmaßnahmen ergreifen, sagte Petraeus. Zugleich habe er angeordnet, alle Besatzungen von Kampfhubschraubern erneut anzuweisen, zivile Opfer auf „das absolute Minimum“ zu beschränken.

Karzai hatte zuvor in Kabul gesagt, die internationalen Truppen würden „enorme Probleme“ bekommen, sollten sie bei den Einsätzen nicht umsichtiger vorgehen. Nach afghanischen Angaben kamen bei dem ISAF-Luftangriff tags davor in Kunar neun Kinder im Alter zwischen sieben und neun Jahren ums Leben.