Neues Kabinett in Tunesien ernannt

Tunesien hat seine dritte Übergangsregierung seit dem Sturz des Diktators Zine al Abidine Ben Ali - und die erste ohne dessen Gefolgsleute.

Premierminister Beji Caid Essebsi gab heute in Tunis die Zusammensetzung der neuen Regierung bekannt. Fünf Posten wurden neu besetzt. Die bisherigen Amtsinhaber waren zurückgetreten, teils auf Druck der Straße, weil sie bereits unter Ben Ali im Amt waren, teils, weil sie bei der im Sommer geplanten Präsidentschaftswahl kandidieren wollen.

Die fünf Neuen gelten als Technokraten ohne Verbindung zum System von Ben Ali und sind der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Das Innenministerium gab zudem bekannt, dass die Behörde für Staatssicherheit aufgelöst wird.

Zivile Übergangsregierung in Ägypten vereidigt

Auch in Ägypten wurden sieben neue Mitglieder der zivilen Übergangsregierung vereidigt. Interimsregierungschef Essam Scharaf hatte die neuen Kabinettsmitglieder am Wochenende in ihre Ämter berufen. Unter ihnen ist der neue Außenminister Nabil al Araby, der früher am Internationalen Gerichtshof in Den Haag wirkte und den langjährigen Amtsinhaber Ahmed Abul Gheit ablöste. Mit neuen Chefs besetzt wurden zudem die Ressorts Inneres, Justiz, Öl, Zivilluftfahrt, Kultur und Religion.

Aus der Regierung schied damit auch der langjährige Chef der Altertümerverwaltung, Zahi Hawass, aus. Er war noch Ende Jänner zum Minister für die Altertümer ernannt worden. Dieses Ressort wurde nun mit dem Kultusministerium zusammengelegt. Mit der Umbildung der Regierung haben zahlreiche Getreue des am 11. Februar gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak ihre Ämter verloren.