Elfenbeinküste: Staatliche Kontrolle von Kakaohandel

Der abgewählte Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, hat die Regierung angewiesen, den Kakaohandel unter staatliche Kontrolle zu stellen. Ein entsprechendes Dekret des international nicht anerkannten Präsidenten sei im staatlichen Fernsehen verlesen worden, berichtete die britische BBC gestern Abend.

Demnach dürfen die Produzenten ihren Kakao nur noch an den Staat verkaufen. Die Elfenbeinküste ist mit über einer Million Tonnen pro Jahr der größte Kakaoproduzent der Welt.

Gbagbo verweigert Abgang

Nach der Präsidentenwahl Ende November brach in dem westafrikanischen Staat ein erbitterter Machtkonflikt aus, der in einen Bürgerkrieg zu münden droht. Alassane Ouattara war von der Wahlkommission zum Sieger erklärt worden. Gbagbo weigert sich jedoch abzutreten. Wegen der Krise sind die Kakaopreise in den letzten Monaten bereits deutlich nach oben geschnellt.

Ende Jänner hatte Ouattara versucht, mit einem einmonatigen Kakaolieferstopp Druck aufzubauen, um Gbagbo aus dem Amt zu jagen. Der Kakao ist die Hauptdevisenquelle des Landes - 40 Prozent der Exporteinnahmen stammen aus dem Handel mit Kakaobohnen.

Kämpfe gehen weiter

Unterdessen dauern die Kämpfe zwischen Gbagbo-treuen Armeeteilen und Anhängern Ouattaras an. Diese hätten eine dritte Stadt im Westen des eingenommen, teilten Gbagbo-Vertreter mit. Nach UNO-Angaben kamen seit der Wahl im November mindestens 365 Menschen ums Leben. Diplomaten rechnen jedoch mit weit mehr Opfern.