Frankreich wirft Gbagbo „Plünderung“ von Elfenbeinküste vor

Frankreich wirft dem international nicht anerkannten Staatschef der Elfenbeinküste (Cote d’Ivoire), Laurent Gbagbo, vor, sein Land zu plündern. Gbagbos Entscheidung zu Wochenbeginn, den Ankauf und die Ausfuhr von Kakao zu verstaatlichen, habe keinerlei Rechtskraft, weil seine Regierung nicht rechtmäßig sei, erklärte heute das französische Außenministerium.

Das Vorhaben des im November abgewählten Präsidenten komme einer „Plünderung“ gleich, die die Wirtschaftskrise des westafrikanischen Landes verstärken werde. Frankreich rief alle Wirtschaftsakteure weltweit auf, jedwede illegale Ausfuhr von ivorischem Kakao zu verhindern.

Gbagbo kämpft verzweifelt um seine Macht. Sein jüngster Coup ist der Versuch, den Kakaohandel unter seine Kontrolle zu bringen. Demnach dürfen Bauern ihre Bohnen nur noch an den Staat verkaufen, ließ er im Staatsfernsehen verlauten. Doch dieser Plan könnte Gbagbo selbst schaden: Der Staat müsste dann nämlich mit einem Schlag Kakao im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar kaufen, lagern und transportieren. Und das könnte den strauchelnden Gbagbo endgültig zu Fall bringen.

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