Nach WikiLeaks-Äußerung: Clinton-Sprecher tritt zurück

Der Sprecher von US-Außenministerin Hillary Clinton, Philip Crowley, hat gestern seinen Rücktritt erklärt. Er begründete seinen Schritt mit den „Auswirkungen“, die seine Kritik am Pentagon im Zusammenhang mit den Haftbedingungen für den mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning gehabt habe.

Er übernehme für seine Bemerkungen die „volle Verantwortung“, hieß es in einer Erklärung. Crowley hatte laut Angaben einer BBC-Journalistin auf einem Forum zu neuen Medien und Diplomatie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Mannings Haftbedingungen auf dem Marinestützpunkt Quantico im US-Bundesstaat Virginia als „lächerlich, kontraproduktiv und dumm“ bezeichnet.

In derselben Erklärung heißt es, Clinton habe den Rücktritt angenommen. Crowleys Funktionen wird vorübergehend sein bisheriger Stellvertreter übernehmen, wie Clinton weiter mitteilte. Präsident Barack Obama hatte am Freitag gesagt, das Pentagon habe ihm versichert, dass Manning „korrekt“ und „normal“ behandelt werde.

Die US-Armee verdächtigt Manning, der früher im Irak stationiert war, geheime Dokumente unter anderem über die Kriege im Irak und in Afghanistan an das Internetenthüllungsportal WikiLeaks weitergegeben zu haben.