Elfenbeinküste: Massenflucht aus Abidjan hält an

Wegen der eskalierenden Gewalt in der westafrikanischen Elfenbeinküste versuchen Tausende, aus der Wirtschaftsmetropole Abidjan ins Landesinnere zu fliehen.

In der vergangenen Woche waren in Abidjan mindestens 25 Menschen getötet worden, als Soldaten des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo einen Markt mit Raketen beschossen. Nach UNO-Schätzungen sind bereits 300.000 Menschen vor dem Konflikt geflohen, die meisten von ihnen aus Abidjan.

Wie die Zeitung „Le Patriote“ (Onlineausgabe) gestern berichtete, sind die Busbahnhöfe Abidjans voll verzweifelter Menschen, die mit Lebensmittelvorräten, Matratzen und sogar Kühlschränken in sicherere Landesteile zu gelangen versuchen.

Die Fahrpreise seien zwei- bis dreimal so hoch wie üblich. „Auf dem Dorf können wir wenigstens in Ruhe leben und haben zu essen“, zitierten Medien in Abidjan eine Frau. Die Hafenstadt ist eines der Zentren der Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern Gbagbos und des von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Alassane Ouattara, der Ende November als Sieger aus der Präsidentenwahl hervorgegangen war.