USA: T-Mobile-Deal vor harter Kartellprüfung

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Die Übernahme des US-Mobilfunkgeschäfts der Deutschen Telekom (DT) durch den Branchenriesen AT&T ist nach Experteneinschätzung noch nicht unter Dach und Fach.

Analysten erwarten, dass die Wettbewerbshüter in den Vereinigten Staaten den Zusammenschluss genau unter die Lupe nehmen werden. Die meisten Wortmeldungen bei einer Pressekonferenz des Konzerns gestern in New York drehten sich um die Frage, ob AT&T das Geschäft durchbekommt.

AT&T wächst stark

AT&T und T-Mobile kombiniert werden rund 40 Prozent des US-Mobilfunkmarkts beherrschen. Die Analysten erwarten, dass AT&T einige Auflagen schlucken muss, um die Übernahme genehmigt zu bekommen. So war es bereits, als Verizon den fünftgrößten Anbieter Alltel aufgekauft hatte und damit zum Branchenprimus in den USA aufgestiegen war.

Bis zu 165 Mio. Dollar Beratungshonorare

Nach Informationen aus der Branche flossen bei dem Deal bis zu 165 Mio. Dollar (etwa 117 Mio. Euro). Nach Schätzungen der Beratungsfirma Freeman & Co zahlte allein der Käufer AT&T 55 bis 65 Mio. Dollar für Beratungsdienste an JPMorgan und die beiden kleineren Investmentfirmen Greenhill und Evercore.

Die DT habe wohl 50 bis 60 Mio. Dollar an Morgan Stanley, Credit Suisse und Deutsche Bank zu zahlen. Weitere 20 Mio. Dollar dürfte JPMorgan für das Arrangieren einer Brückenfinanzierung für AT&T erhalten. Nach Thomson-Reuters-Daten hat Morgan Stanley durch die Transaktion seine Führungsposition unter den Fusionsberatern in diesem Jahr untermauert.