Armee tötet im Südjemen zwölf Al-Kaida-Kämpfer

Die jemenitische Armee hat bei einem Gefecht mit Al-Kaida-Kämpfern mindestens zwölf Extremisten getötet. Fünf weitere Aufständische wurden dabei in der Al-Kaida-Hochburg Lawdar verletzt, wie die Website Yobserver heute unter Berufung auf Sicherheitskreise in der südlichen Provinz Abjan berichtet.

Die Al-Kaida-Kämpfer hatten am Tag zuvor einen Armeestützpunkt mit schweren Maschinengewehren, Mörsern, Panzerfäusten und Handgranaten angegriffen, aber nicht eingenommen. Die Armee verlegte zusätzliche Kräfte in den Bezirk Lawdar, um den Stützpunkt gegen Angriffe besser zu sichern. Die Soldaten liefern sich in Lawdar seit Monaten immer wieder Gefechte mit dem dort aktiven Ableger des Terrornetzes von Osama bin Laden.

Der Angriff der Extremisten erfolgte vor dem Hintergrund der Rücktrittsforderungen gegen Präsident Ali Abdallah Saleh. Dieser hatte am Wochenende die Proteste gegen ihn blutig niedergeschlagen und anschließend angekündigt, seine Amtszeit vorzeitig zu beenden.

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Aufruf zu Massenprotesten

Die Opposition rief zu neuen Massenprotesten gegen Saleh auf. Am Freitag würden die Demonstranten direkt zu Salehs Palast ziehen und den seit 32 Jahren regierenden Autokraten erneut zum Rücktritt auffordern, kündigte die Opposition heute an. „Hunderttausende Menschen kommen zu dir und werden dich stürzen“, sagte ein Oppositionssprecher im Fernsehsender al-Jazeera an den Präsidenten gewandt.

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Parlament billigt Ausnahmezustand

Unterdessen billigte das jemenitische Parlament den vor knapp einer Woche von Saleh verhängten Ausnahmezustand. Die Abgeordneten stimmten für die Maßnahme, die Saleh am Freitag nach der Gewalt gegen regierungskritische Demonstranten mit 52 Toten verkündet hatte, wie ein AFP-Reporter berichtete.