Italien: Kulturminister Bondi zurückgetreten

Der stark in der Kritik stehende italienische Kulturminister Sandro Bondi ist zurückgetreten. Die Regierung nahm heute ein entsprechendes Gesuch Bondis an. Der Kulturminister der Regierung von Silvio Berlusconi war vor allem wegen gravierender Schäden in der antiken Ruinenstadt Pompeji Ende 2010 unter Beschuss geraten. Auch wegen dramatischer Kürzungen im Kulturhaushalt war er kritisiert worden.

Auf die seit Monaten andauernden Proteste der Kulturschaffenden gegen die Haushaltskürzungen reagierte die Regierung mit einer Finanzspritze. Der Topf für Kunst, Kino und Kultur - „Fondo Unico per lo Spettacolo“ (FUS) - werde insgesamt um 166 Millionen auf 428 Millionen Euro aufgestockt werden, teilte ein Regierungssprecher mit.

Ende 2010 war die antike Ruinenstadt Pompeji zum Symbol für die italienische Misswirtschaft im Bereich Kultur geworden. Im November stürzte nach schweren Regenfällen das knapp 2.000 Jahre alte Gladiatoren-Haus ein. Später erlitten auch andere Gebäude der archäologischen Stätte Schaden. Kulturminister Bondi hatte zunächst jede Verantwortung abgelehnt.