Dutzende Verletzte bei Zusammenstößen in Algier

Bei gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Algier hat es gestern Dutzende Verletzte gegeben. Wie Augenzeugen berichteten, begann der Konflikt, als in der Früh Planierraupen in einem Viertel der algerischen Hauptstadt anrückten, um dort ohne Genehmigung errichtete Baracken abzureißen.

Ein Zeuge sagte, die Polizisten seien mit Tränengas, Platzpatronen und Hartgummigeschoßen gegen die Demonstranten vorgegangen. Bei ihnen handle es sich großteils um Jugendliche, die „weder Arbeit noch Vermögen“ hätten, obwohl das Land „immens reich“ sei.

Präsident Abdelaziz Bouteflika hatte bei seiner Wiederwahl 2009 den Bau von einer Million Wohnungen versprochen. Die Umsetzung dieses Programms kommt allerdings nur langsam voran. Gegen Bouteflika gibt es seit Monaten Proteste, die von Ordnungskräften unterdrückt werden. Im Jänner hatte es bei Revolten gegen soziale Missstände und teure Lebensmittel fünf Tote und 800 Verletzte gegeben.