Syrien: Opposition berichtet von 100 Toten bei Protesten

Beim gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräften gegen regierungskritische Demonstranten in Syrien sind nach Angaben der Opposition mindestens hundert Menschen getötet worden.

Augenzeugen und Bürgerrechtler nannten heute diese Opferzahl, nachdem die Sicherheitskräfte am Vortag die Proteste in der südsyrischen Staat Daraa gegen die Staatsführung niedergeschlagen hatten. Rund 20.000 Menschen hätten sich nunmehr in Daraa zur Beisetzung der Opfer versammelt.

Regime erklärt Gegnern den Kampf

Die syrische Führung erklärte den Regimegegnern unterdessen den Kampf. Sie wirft ihnen vor, die blutigen Zusammenstöße der vergangenen Tage provoziert zu haben. Die Opposition spricht ihrerseits von einem „Massaker“ in der Stadt Daraa, die in den vergangenen Tagen zum Zentrum der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad und seine Regierung geworden war.

Menschenrechtsaktivist verschwunden

Die regierungsnahe syrische Tageszeitung „Al-Watan“ schrieb heute: „Was momentan hier im Land geschieht, das ist eine Schlacht gegen eine ausländische Macht, die Millionen von Dollar ausgibt mit dem Ziel, die Sicherheit und Stabilität Syriens zu erschüttern.“ Alle Syrer müssten deshalb bereit sein, das Vaterland zu verteidigen.

Menschensaktivisten in der Hauptstadt Damaskus berichteten unterdessen von weiteren Verhaftungen. Der Journalist und politische Aktivist Masen Darwisch sei von den Sicherheitsbehörden vorgeladen worden und seither verschwunden. Darwisch ist der Gründer des 2009 geschlossenen Zentrums für Medien und Meinungsfreiheit. Er hatte in den vergangenen Tagen offen über die Vorfälle in Daraa gesprochen. Seine Ehefrau Jara Badr sagte: „Es sieht so aus, als wollten sie ihn nicht mehr gehen lassen.“