Mexiko: Schulterschluss gegen Drogenkartelle

Angesichts zunehmender Gewalt haben mehr als 50 mexikanische Medien Abmachungen getroffen, mit denen die Berichterstattung über Drogenkartelle geregelt werden soll. Die Regeln sollen verhindern, dass die Medien unfreiwillig für die Interessen der Drogenkriminellen instrumentalisiert werden.

„Mexiko befindet sich in einer Situation ohnegleichen im Hinblick auf die von der organisierten Kriminalität ausgehende Gewalt“, hieß es in einem Dokument, das gestern in Mexiko-Stadt vorgestellt wurde. Der Initiative „Übereinkunft zur Berichterstattung gegen die Gewalt“ traten neben den großen Fernsehgesellschaften und Zeitungen auch zahlreiche andere Institutionen wie Universitäten bei.

Die Medien vor allem im Norden Mexikos werden nicht nur unmittelbar von den Kartellen bedroht und durch Gewalt gefügig gemacht. Oft sind auch die Redaktionen von kriminellen Organisationen unterwandert. In dem Dokument verpflichten sich die Medien, klar Stellung gegen die Gewalt zu beziehen, zu verhindern, dass Kriminelle zu Opfern oder gar Helden stilisiert werden, und „unter keinen Umständen“ zuzulassen, dass Aktionen und Argumente der organisierten Kriminalität gerechtfertigt werden.