Elfenbeinküste: UNHCR befürchtet bis zu eine Mio. Flüchtlinge

Die Angst vor einem Bürgerkrieg hat in der Elfenbeinküste nach Angaben des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) bis zu eine Million Menschen in die Flucht getrieben. „Nach unseren Schätzungen könnten allein in Abidjan bis zu eine Million Menschen vertrieben worden sein“, sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming heute in Genf.

In der Stadt Abidjan herrsche eine zunehmende Unsicherheit, die Zahl der Flüchtlinge habe sprunghaft zugenommen. Die Menschen verließen „aus Angst vor einem Krieg“ ihre Häuser, um in sichereren Regionen Schutz zu suchen. Die Schätzungen stammten von UNHCR-Mitarbeitern in dem Land.

In der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste liefern einander seit der Präsidentenwahl im November die Anhänger von Alassane Ouattara und Laurent Gbagbo erbitterte Kämpfe, bei denen bisher mehrere hundert Menschen getötet wurden. Die internationale Gemeinschaft sieht in Ouattara den rechtmäßigen Sieger der Wahl, Staatschef Gbagbo weigert sich aber, sein Amt aufzugeben.

Sarkozy will UNO-Truppen verstärken

Angesichts der zunehmenden Gewalt in der Elfenbeinküste schlug Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy eine Verstärkung der dort stationierten UNO-Truppen vor. Es sei „ein Skandal“, dass mit schweren Waffen auf die unschuldige Zivilbevölkerung geschossen werde, sagte Sarkozy. Frankreich wolle deshalb eine Resolution vorschlagen, auf deren Grundlage die UNO-Truppen „zumindest schwere Waffen in Abidjan verbieten“ könnten.