Über 100 Tote bei Explosion von Munitionsfabrik im Jemen

Bei einer Explosion in einer Munitionsfabrik im Jemen sind heute nach Angaben von Ärzten mindestens 110 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, darunter Kinder, wie ein örtlicher Behördensprecher mitteilte. Die Explosion ereignete sich in der Provinz Abjan im Süden des Landes. Die Fabrik war zuvor von Islamisten gestürmt und ausgeplündert worden.

Die Extremisten nutzen nach Informationen jemenitischer Medien den seit Wochen andauernden Machtkampf zwischen Präsident Ali Abdallah Saleh und seinen Gegnern aus, um ihren Einflussbereich zu vergrößern. Vor diesem Szenario warnen US-Terrorismusexperten schon seit längerer Zeit.

Die Nachrichten-Website Marib Press berichtete, die Explosion habe sich ereignet, als Anrainer auf das Fabrikgelände in der Ortschaft al-Hisn kamen, nachdem die Terroristen wieder abgezogen waren. Das für Patronen bestimmte Pulver, das auf dem Gelände lagerte, habe sich entzündet.

Laut Marib Press gelang es den Extremisten nicht, eine Zementfabrik in Abjan unter ihre Kontrolle zu bringen. Dort seien sie von Angehörigen der lokalen Stämme aufgehalten worden, hieß es. Es sei ihnen aber gelungen, in der Stadt Jaar in eine Villa des Präsidenten und in die lokale Radiostation einzudringen.