Media-Analyse: Tageszeitungen büßten Reichweite ein

Die Media-Analyse 2010 konstatiert Reichweiteneinbußen für die heimischen Tageszeitungen. Von 75 Prozent im Jahr 2009 sank die Reichweite signifikant auf 73,7 Prozent.

Erstmals wies das Medienforschungsinstrument auch die Gratiszeitung „Heute“ bundesweit aus. Das Blatt reihte sich demnach nahezu ex aequo mit der „Kleinen Zeitung“ ein. Beide erreichten zwölf Prozent Reichweite, in absoluten Zahlen lag die „Kleine“ leicht voran und blieb damit auf Platz zwei.

Unangefochtener Platzhirsch war auch 2010 die „Kronen Zeitung“, die jedoch erneut signifikant Reichweiten einbüßte. Von 40,4 Prozent fiel sie auf 38,9 Prozent. Stabil bilanzierte „Österreich“ in der Lesergunst: Die Reichweite stieg um einen Zehntelprozentpunkt auf 9,6 Prozent. Dahinter folgte der „Kurier“ mit 8,1 Prozent (2009: 8,7 Prozent).

Die weiteren Ränge

Der „Standard“ lag bei 5,3 Prozent (2009: 5,6 Prozent), die „Oberösterreichischen Nachrichten“ bei 4,8 Prozent (2009: 4,6) und die „Presse“ bei 3,8 Prozent (2009: 3,7 Prozent). Die „Tiroler Tageszeitung“ verzeichnete einen signifikanten Rückgang auf 3,9 Prozent (2009: 4,7 Prozent), die „Salzburger Nachrichten“ hatten 2010 eine Reichweite von 3,6 Prozent (2009: 3,7 Prozent).

Die „Vorarlberger Nachrichten“ erreichten 2,6 Prozent (2009: 2,8 Prozent), das „WirtschaftsBlatt“ 1,1 Prozent (2009: 1,2 Prozent), und die neue „Kärntner Tageszeitung“ verzeichnete einen signifikanten Rückgang in der Reichweite auf 0,7 Prozent (2009: 0,9 Prozent). Die „Neue Vorarlberger Tageszeitung“ kam unverändert auf 0,6 Prozent.

„Heute“ überholt „Krone“ in Wien

In Wien übersprang die Gratiszeitung „Heute“ erstmals eine bemerkenswerte Hürde: Mit einer Reichweite von 37,6 Prozent überholte das von Eva Dichand geführte Blatt die von ihrem Mann Christoph Dichand verlegte „Kronen Zeitung“, die in der Bundeshauptstadt auf 35,6 Prozent kam. Das Ehepaar verwaltet gemeinsam ein beeindruckendes Imperium: Von insgesamt 5,2 Millionen Tageszeitungslesern in der Republik griffen mehr als 3,6 Millionen zu einer der beiden Dichand-Zeitungen.

Stärkstes Wochenmagazin war weiterhin „tv-media“ mit 13,6 Prozent Reichweite (2009: 14,3 Prozent), gefolgt von der „Ganzen Woche“, die signifikant verlor und auf 13,2 Prozent kam (2009: 14,1 Prozent). „News“ büßte ebenfalls signifikant ein und hatte 2010 eine Reichweite von 10,3 Prozent (2009: 11,6 Prozent). Das Nachrichtenmagazin „profil“ kam auf 6,3 Prozent (2009: 6,1 Prozent), „Format“ auf 2,3 Prozent (2009: 2,4 Prozent).