150 Festnahmen bei Protesten in Aserbaidschan

Bei Demonstrationen in Aserbaidschan gegen die autoritäre Regierung von Präsident Ilcham Alijew hat die Polizei mehr als 150 Menschen festgenommen. „Diese Reaktion zeigt die strikte Weigerung der Behörden, jede Form öffentlichen Protests zuzulassen“, sagte John Dalhuisen von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in einer heute verbreiteten Mitteilung.

Hunderte Sicherheitskräfte seien in der Hauptstadt Baku im Einsatz gewesen und hätten Journalisten an einer Berichterstattung gehindert.

Die Opposition in der früheren Sowjetrepublik hatte nach dem Vorbild der Proteste in Nordafrika und dem Nahen Osten auch über soziale Medien wie Facebook zu der nicht genehmigten Kundgebung gestern aufgerufen. Mehrere hundert Menschen forderten „Freiheit“ und Alijews Rücktritt. Das Staatsfernsehen nannte die Proteste einen Versuch fremder Mächte, Aserbaidschan zu destabilisieren. Facebook-Nutzer seien psychisch krank, hieß es in den Berichten.