Elfenbeinküste: Gbagbo verhandelt noch über Aufgabe

Der amtierende Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, hat nach Angaben der Vereinten Nationen noch nicht aufgegeben. Er habe zwar seine prinzipielle Bereitschaft bekundet, sein Amt für den rechtmäßig gewählten Präsidenten Alassane Ouattara zu räumen, sagte ein UNO-Vertreter gestern. Darüber werde aber noch verhandelt. Gbagbo habe zudem um Schutz der UNO angesucht.

In einem internen UNO-Dokument hatte es zuvor geheißen, Gbagbo sei abgetreten. Auch nach Angaben der französischen Regierung gibt es derzeit „Geheimverhandlungen“, aber noch keinen Rückzug Gbagbos.

Dem französischen Senders LCI sagte Gbagbo wiederum, er werde nicht zurücktreten. Gleichzeitig wies er die Forderung Frankreichs, den Wahlsieg Ouattaras anzuerkennen, kategorisch zurück.

Waffenstillstand ausgehandelt

Gbagbo hatte nach heftigen Attacken der Anhänger des international anerkannten Siegers der Präsidentenwahl, Ouattara, über seinen Abgang verhandelt. UNO- und französische Kampfhubschrauber hatten in die Kämpfe eingegriffen und die Residenz Gbagbos angegriffen.

Nach Angaben der UNO soll sich der abgewählte Präsident in einem Bunker unter seiner Residenz in Abidjan befinden, die von Truppen von Ouattara belagert wurde. Die Truppen von Gbagbo wurden in der Wirtschaftsmetropole eingekesselt. Sein Militärchef Philippe Mangou rief nach Tagen schwerer Kämpfe zum Waffenstillstand auf.