Elfenbeinküste: Gbagbo lehnt Rücktritt ab

Im blutigen Machtkampf in der Elfenbeinküste hat der vor Monaten abgewählte Präsident Laurent Gbagbo einen Rücktritt abgelehnt. Gleichzeitig wies er die Forderung Frankreichs kategorisch zurück, den Wahlsieg seines Kontrahenten Alassane Ouattara anzuerkennen.

In einem Telefoninterview des französischen Senders LCI sagte Gbagbo gestern Abend, er denke nicht daran, wie von ihm verlangt Ouattaras Wahlsieg schriftlich zu akzeptieren. EU und Afrikanische Union (AU) forderten ihn am Abend erneut zum Rücktritt auf.

Dem französischen Sender RFI sagte er, dass seine Armee „zum großen Teil zerstört“ worden sei. Zwar verhandelten die Militärs gegenwärtig über einen Ausweg aus der Krise, er selbst aber denke nicht an Verhandlungen. „Wohin sollte ich gehen“, sagte er.

In Bunker verschanzt

Nach Informationen der UNO-Mission ONUCI hält sich Gbagbo derzeit mit einer Handvoll Getreuer in einem Bunker in seiner Residenz in der seit Tagen umkämpften Hafenstadt Abidjan auf. Seine Männer hielten sich weitgehend an eine zuvor vermittelte Waffenruhe.

Gbagbo hatte bei der Wahl im November gegen Ouattara verloren, will diese Niederlage aber nicht akzeptieren. Er verweigert seitdem die Amtsübergabe. Bisherige Verhandlungen verliefen erfolglos, erste Berichte über eine angebliche Aufgabe Gbagbos erwiesen sich wenig später als falsch.

Ouattara wird seit Montagnachmittag auch von Einheiten der UNO und von französischen Streitkräften unterstützt. Gbagbo kritisierte das militärische Eingreifen der früheren Kolonialmacht Frankreich. Es handle sich um einen nationalen politischen Konflikt.