Elfenbeinküste: EU will Gbagbo vor Gericht sehen

Die EU gibt dem bisherigen Machthaber der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, die Schuld an dem jüngsten Blutvergießen im Land. Trotz seiner international bestätigten Wahlniederlage weigere sich der ivorische Präsident, die Macht abzugeben, sagte der ungarische Außenstaatssekretär Zsolt Nemeth im Namen des ungarischen EU-Ratsvorsitzes gestern Abend vor dem Europaparlament in Straßburg.

Gbagbo habe alle Initiativen für einen friedlichen Machtwechsel abgelehnt. „Die EU macht ihn persönlich verantwortlich für das Blutvergießen“, so Nemeth. Gbagbo müsse vor Gericht gestellt werden.

Gegner stürmen Gbagbos Bunker

Nach blutigen Kämpfen in der Elfenbeinküste ist der vor fünf Monaten abgewählte Gbagbo jetzt in die Enge getrieben. Verschanzt in einem Bunker gibt er Durchhalteparolen aus - obwohl die Zahl seiner Getreuen immer geringer wird. Doch Gbagbo foppt die Gegner und den Westen weiter: Während Frankreich und die UNO vermelden, es werde über seinen Abgang verhandelt, schließt der Machthaber selbst das in einem Interview aus. Die Anhänger des rechtmäßig gewählten Präsidenten Alassane Ouattara werden ungeduldig – sie starteten den „finalen Angriff“ auf das Refugium Gbagbos.

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