Elfenbeinküste: Belagerung Gbagbos dauert an

In der Elfenbeinküste dauert die Belagerung der Residenz des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo an. Das Gebäude in der Hafenstadt Abidjan war auch heute von den Truppen des anerkannten Wahlsiegers Alassane Ouattara umzingelt.

Gbagbo, der sich seit November weigert, die Macht zu übergeben, wird aber von schwer bewaffneten Milizen geschützt, die die Angreifer gestern in stundenlangen Kämpfen auf Abstand halten konnten.

Japans Botschafter angegriffen

Eine Gruppe bewaffneter Kämpfer griff unterdessen die Residenz des japanischen Botschafters in Abidjan an. Es soll sich um Anhänger Gbagbos gehandelt haben, dessen Residenz nur wenige hundert Meter entfernt ist. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Informationen aus dem Außenministerium meldete, brachte französisches Militär den Botschafter mit einem Hubschrauber in Sicherheit.

Video dazu in iptv.ORF.at

Wie Frankreichs Außenminister Alain Juppe bestätigte, baten auch andere Länder - darunter Israel und Indien - um Hilfe bei der Evakuierung ihrer im Regierungsviertel von Abidjan befindlichen Botschaften.

EU will Gbagbo vor Gericht sehen

Die EU gibt Gbagbo die Schuld an dem jüngsten Blutvergießen im Land. Trotz seiner international bestätigten Wahlniederlage weigere sich der ivorische Präsident, die Macht abzugeben, sagte der ungarische Außenstaatssekretär Zsolt Nemeth im Namen des ungarischen EU-Ratsvorsitzes gestern Abend vor dem Europaparlament in Straßburg.

Gbagbo habe alle Initiativen für einen friedlichen Machtwechsel abgelehnt. „Die EU macht ihn persönlich verantwortlich für das Blutvergießen“, so Nemeth. Gbagbo müsse vor Gericht gestellt werden.