Berichte über Massenmorde in Elfenbeinküste

Im Konflikt in der Elfenbeinküste hat es laut Informationen der Vereinten Nationen möglicherweise auch ethnisch motivierte Massenmorde gegeben.

Menschenrechtsexperten hätten in den vergangenen Tagen an mehreren Orten im Westen des Landes mehr als 100 Leichen entdeckt, sagte der Sprecher des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville, heute in Genf.

„Alle Vorkommnisse scheinen zumindest teilweise etwas mit ethnischen Motiven zu tun zu haben“, sagte der Sprecher, ohne Einzelheiten zu nennen. Auch gebe es Berichte von weiteren Massakern als Racheakte in der Region.

Sperrgebiet um Gbagbo-Residenz

Der international anerkannte Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, erklärte unterdessen das Gebiet um die Residenz seines Rivalen Laurent Gbagbo zum Sperrgebiet.

Mit der Blockade sollten die Anrainer vor den Kämpfen mit Gbagbo und seinen letzten Getreuen geschützt werden, sagte Ouattara gestern in seiner ersten Fernsehansprache seit der blutigen Eskalation des Machtkampfs mit Gbagbo.

Gbagbo will nicht aufgeben

Der langjährige Staatschef weigert sich weiter, sein Amt abzugeben, und hält sich seit Tagen in einem Bunker seiner Residenz in Abidjan verschanzt. Alle Versuche Ouattaras und dessen Truppen, ihn mit Gewalt aus der Residenz zu holen, sind bisher gescheitert.

Während sich die Situation in Abidjan von Tag zu Tag zuspitzt, versprach Ouattara, für Ruhe, Ordnung und Sicherheit in der Millionenmetropole und im ganzen Land zu sorgen. Ab heute werde die nächtliche Ausgangssperre gemildert mit dem Ziel, die Lage wieder zu normalisieren.