Elfenbeinküste: EU-Sanktionen teilweise aufgehoben

Die EU hat einen Teil ihrer Sanktionen gegen die Elfenbeinküste aufgehoben. Damit sollten die „legitimen“ Kräfte der Regierung von Alassane Ouattara gestärkt werden, hieß es heute in einer Mitteilung des Ministerrates in Brüssel.

Die Häfen von Abidjan und San Pedro, eine Raffinerie und die Behörde für den Kakaoexport wurden von einer Liste von Unternehmen genommen, deren Vermögen in der EU bisher eingefroren waren. Damit können auch wieder Zahlungen an diese Unternehmen geleistet werden.

Sanktionen gegen Gbagbo weiter in Kraft

Der von der internationalen Gemeinschaft als Wahlsieger in Elfenbeinküste anerkannte Ouattara hatte um eine Aufhebung der Sanktionen gebeten, um die Wirtschaft des westafrikanischen Landes nach monatelangem blutigen Machtkonflikt wieder aufzubauen.

Andere Sanktionen gegen den abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo und dessen Vertraute - beispielsweise Einreiseverbote und das Einfrieren von Konten - bleiben in Kraft.

Gbagbo wieder auf Vormarsch

Unterdessen machen die Truppen des in seiner Residenz umzingelten Gbagbo anscheinend wieder Geländegewinne. Sie hätten Teile Abidjans zurückerobert, sagte UNO-Untergeneralsekretär Alain Le Roy gestern Abend in New York.

Gbagbos Kämpfer stünden nur noch einen Kilometer vom Hotel entfernt, in dem die Vereinten Nationen ihr Hauptquartier haben. Gbagbo wird nach Informationen des französischen Rundfunksenders Europe 1 zudem von angolanischen Elitesoldaten unterstützt.