Syrische Staatsmedien: Neun „Märtyrer“ in Banijas

Nach Tagen blutiger Unruhen hat die syrische Führung beschlossen, alle Opfer des Konflikts als „Märtyrer“ anzuerkennen. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete heute, in der Stadt Banijas seien gestern neun „Märtyrer“ getötet worden, darunter auch zwei Offiziere der Armee.

„Bewaffnete Banditen“

Den staatlichen Angaben zufolge hatten Angehörige einer „bewaffneten Bande“ in Banijas aus einem Auto zuerst das Feuer auf mehrere Soldaten eröffnet. Anschließend hätten sie auf einen Krankenwagen gefeuert, der kam, um die Toten sowie mehrere Verletzte zu bergen.

Oppositionelle stellten den Zwischenfall ganz anders da. Sie sagten, bei den Schützen handle es sich um „Agenten des Regimes in Zivil“, die auf Demonstranten geschossen hätten.

Al-Assad empfängt Angehörige

Die regierungsnahe Tageszeitung „Al-Watan“ meldete, Präsident Baschar al-Assad habe Familienangehörige von „Märtyrern“ aus Duma empfangen. In dem Vorort von Damaskus waren in den vergangenen Tagen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften mehrere Menschen getötet worden.

Laut „Al-Watan“ bezeichnete Al-Assad zwölf der Getöteten als „Märtyrer“. Das bedeutet, dass die Hinterbliebenen Anrecht auf Zahlungen des Staates haben. Die Demonstranten, die ihre Proteste im März begonnen hatten, fordern demokratische Reformen. Einige von ihnen verlangen außerdem den Rücktritt des Präsidenten und der Regierung.