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Auf höchste Stufe angehoben

Japan hat die Gefahr des Atomstörfalls im Kraftwerk Fukushima I auf die höchste Stufe angehoben. Das gab die Atomaufsichtsbehörde in Tokio am Dienstag bekannt. Der Unfall hat damit jetzt die Einstufung sieben, was bisher nur die Tschernobyl-Katastrophe hatte.

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Japan hatte am Vortag angekündigt, weitere Gebiete evakuieren zu lassen. Unterdessen wurde das Land in der Früh erneut von starken Nachbeben erschüttert. Ein Erdstoß der Stärke 6,4 vor der Küste der Provinz Chiba ließ auch Häuser im benachbarten Tokio wackeln. Es gab aber keine Berichte über Verletzte oder Schäden.

Messungen werden ausgeweitet

Die Anhebung der Schwere des Atomunfalls in Fukushima I auf die Gefahrenstufe sieben bedeutet, dass es Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in einem weiten Umfeld gibt. Die in Fukushima I freigesetzten radioaktiven Materialien würden bisher zehn Prozent der von Tschernobyl betragen, hieß es.

Die Regierung kündigte an, die Messungen von Radioaktivität auszuweiten. Die frei werdende Radioaktivität habe sich jedoch zuletzt verringert. Die Strahlung stamme überwiegend aus dem Reaktor 2, wo es am 15. März zu einer Explosion gekommen war, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Strahlung könnte noch viel schlimmer werden

Das radioaktive Leck könnte jedoch die in Tschernobyl freigesetzte Menge noch übertreffen, berichtete Kyodo unter Berufung auf den Betreiber TEPCO. Bisher hatte für drei Reaktoren die Stufe fünf gegolten.

Diese bedeutet nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS): begrenzte Freisetzung von radioaktiven Stoffen und Einsatz einzelner Katastrophenschutzmaßnahmen. Stufe sieben bedeutet demnach die schwerste Freisetzung: Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in einem weiten Umfeld. Demnach könnte ein Atomunfall auch ohne eine katastrophale Explosion die höchste Stufe erreichen.

Skala in den 90er Jahren erstmals angewendet

Nach der Katastrophe von Tschernobyl war eine Skala geschaffen worden, um die Öffentlichkeit einheitlich über die Schwere eines Atomunfalls zu informieren. Auf dieser siebenstufigen INES-Skala (International Nuclear and Radiological Event Scale) hatte bisher nur der Tschernobyl-Unfall die höchste Einstufung sieben bekommen.

Die Skala wurde Anfang der 90er Jahre erstmals angewendet. Sie soll der Öffentlichkeit eine Orientierung zur Bedeutung eines Zwischenfalls geben. Man kann sie analog zur Richterskala bei Erdbeben verstehen. Für Atomunfälle vor den 1990er Jahren wurde die Stärke der Ereignisse erst im Nachhinein bestimmt.

Die Mitgliedsländer der internationalen Verträge zum Betrieb von Atomkraftwerken sind verpflichtet, Zwischenfälle oder meldepflichtige Ereignisse der Stufe zwei (Störfall) an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA ) zu melden. Von dort gehen die Informationen an die anderen Länder. Kritisiert wird an der Skala gerade von Atomkraftgegnern, dass Zwischenfälle erst spät überhaupt in der Skala auftauchen.

Verzögerungen bei Arbeiten in AKW

Derweil versuchen Arbeiter in Fukushima I weiter, die Atomruine unter Kontrolle zu bringen. Am Vortag hatte ein weiteres starkes Erdbeben neue Probleme ausgelöst. Der Erdstoß mit der Stärke 7,0 unterbrach kurzzeitig die Stromversorgung. Die Kühlung der kritischen Reaktoren 1 bis 3 fiel für 50 Minuten aus. Das Abpumpen verseuchten Wassers verzögerte sich. Auch das Einleiten von Stickstoff zur Verhinderung von Wasserstoffexplosionen musste gestoppt werden.

Neue Nachbeben

Infolge des starken Nachbebens kamen drei Menschen bei Erdrutschen ums Leben. Auch Dienstagfrüh erschütterten weitere Nachbeben das geplagte Inselreich. Berichte über neue Probleme in der Atomruine gab es aber nicht. Auch wurde keine Warnung vor einem Tsunami ausgegeben.

Der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen konnte nach kurzer Unterbrechung wieder aufgenommen werden. Auch die Landebahnen auf dem Tokioter Flughafen Narita mussten zwischenzeitlich gesperrt werden. Die Stärke des Bebens war zunächst mit 6,3 angegeben worden, wurde aber auf 6,4 angehoben. Seit dem Beben der Stärke 9,0 vor einem Monat kam es zu Hunderten Nachbeben.

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