UNO: Über 500 Tote nach Kämpfen in Elfenbeinküste

Bei den Kämpfen im Westen der Elfenbeinküste sind seit Ende März laut UNO-Angaben fast 540 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer habe es in der Stadt Duekoue gegeben, sagte eine Sprecherin des UNO-Menschenrechtskommissariats heute in Genf. Das UNO-Ermittlerteam im Westen des Landes sei verstärkt worden und habe bisher 536 Tote gezählt.

Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara hatten Duekoue Ende März eingenommen. Dabei waren Hunderte Zivilisten durch Anhänger Ouattaras, aber auch durch Soldaten seines Rivalen Laurent Gbagbo massakriert worden. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hatte die Zahl der Toten allein in Duekoue auf mindestens 800 geschätzt.

Blutiger Machtkampf zu Ende

Der blutige Machtkampf ist inzwischen nach vier Monaten beendet. Nach dem Sturm der Präsidentenresidenz gestern in Abidjan und der Verhaftung von Gbagbo legten große Teile seiner Truppen ihre Waffen nieder. Damit ist der Weg für Ouattara frei. An ihm liegt es nun auch zu entscheiden, was mit Gbagbo und dessen Familie geschieht. Der Weg ins „goldene Exil“ dürfte dabei ausgeschlossen sein, vielmehr dürfte der langjährige Machthaber vor Gericht gestellt werden.

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