Paris stoppt Züge mit Tunesiern aus Italien

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Nachdem es gestern den ersten Tunesiern gelungen war, aus Italien kommend und mit einem Schengen-Visa ausgestattet die italienisch-französische Grenze bei Menton zu überschreiten, haben die Pariser Behörden heute ihre Position verschärft.

Alle Züge von Ventimiglia, der letzten italienischen Stadt vor dem Grenzübergang in Richtung Frankreich, wurden auf Anordnung der Polizeipräfektur von Nizza (Alpes-Maritimes) annulliert. Zur Absicherung der Zone wurde ein Bataillon der französischen Einsatzpolizei CRS nach Menton entsendet.

Proteste gegen französische Behörden

Unterdessen fand am frühen Nachmittag in Ventimiglia vor dem in der Nähe des Bahnhofs gelegenen französischen Konsulat eine Protestkundgebung statt, zu der italienische Menschenrechtsaktivisten mit dem „Zug der Würde“ eigens angereist sind. Auf dem Bahnhof von Ventimiglia warteten rund 60 Tunesier, die von den anwesenden Menschenrechtsorganisationen mit Getränken und Proviant ausgestattet wurden.

Zuvor war es laut unbestätigten Medienberichten zwei Dutzend Tunesiern gelungen, mit dem Zug nach Nizza zu fahren. Eine weitere Gruppe von Migranten wurde dort aber von den Sicherheitsbehörden abgefangen. Nach der Blockade der Züge erklärten zahlreiche Tunesier, es zu Fuß versuchen zu wollen, den Grenzübergang zu passieren.