Ausschreitungen nach Wahl in Nigeria: 50 Tote

Bei den schweren Ausschreitungen nach der Wahl von Präsident Goodluck Jonathan in Nigeria sind mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Erhebung von Augenzeugen und Rettungskräften hervor. Diese Zahl beziehe sich lediglich auf die Großstädte im Norden Nigerias. Hunderte seien bei den Unruhen verletzt worden und Tausende hätten ihre Häuser verlassen müssen.

Jonathan hat die Präsidentenwahlen am Wochenende für sich entschieden. Die meisten Stimmen erhielt er im christlich geprägten Süden des Landes. Im muslimischen Norden votierten hingegen die meisten Menschen für seinen Herausforderer Muhammadu Buhari.

Dort kam es zu den schweren Ausschreitungen nach Verkündung des Wahlsieges von Jonathan. Zwischen dem Süden und dem Norden gibt es seit Jahrzehnten Spannungen. Wahlbeobachter bewerteten die Abstimmung als eine der fairsten in der Geschichte des Landes.

Buhari kritisiert Unregelmäßigkeiten

Nach Ansicht des unterlegenen Kandidaten Buhari gab es bei dem Urnengang verbreitet Unregelmäßigkeiten. In der Region des Niger-Deltas und im Südosten des Landes habe es keine Wahl gegeben, und seinen Unterstützern sei die Abstimmung verboten worden, sagte Buhari dem Radiosender Voice of America. Zugleich rief er die Menschen zur Zurückhaltung auf. Die Unregelmäßigkeiten würden gemeinsam mit der Wahlkommission untersucht.

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