Elfenbeinküste: Abtrünniger Milizenführer getötet

Der mächtige abtrünnige Milizenführer Ibrahim Coulibaly ist gestern in der Elfenbeinküste getötet worden. Das wurde am Abend im staatlichen Fernsehen des westafrikanischen Landes bekanntgegeben. Bereits in den vergangenen Tagen war es in der Hafenstadt Abidjan wiederholt zu Kämpfen zwischen der regulären Armee und Coulibalys „Unsichtbaren Kommandos“ gekommen.

Wie der britische Rundfunksender BBC heute unter Berufung auf militärische Quellen berichtete, war Coulibaly unterwegs zu einem Treffen mit Vertretern der Regierung von Präsident Alassane Ouattara gewesen. Als Coulibalys Männer auf die Regierungstruppen geschossen hätten, sei das Feuer erwidert worden.

Zerwürfnis mit Ouattara

In Coulibalys Miliz kämpften während des fast fünf Monate andauernden Machtkonflikts in der Elfenbeinküste etwa 5.000 Mann. Sie unterstützten den von der internationalen Gemeinschaft anerkannten Wahlsieger Ouattara und konnten Teile Abidjans im Kampf gegen die Armee des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo unter ihre Kontrolle bringen.

Nach dem Sieg von Ouattaras Truppen und der Festnahme Gbagbos wollte Coulibaly ein Regierungsamt für sich. Der selbst ernannte „General“ wurde von den regulären Offizieren Ouattaras aber mit Misstrauen betrachtet. Zudem werden den „Unsichtbaren Kommandos“ zahlreiche Plünderungen und andere illegale Aktionen während des Kampfes um Abidjan vorgeworfen. Zum Zerwürfnis kam es unter anderem über die geplante Entwaffnung der Miliz.