Libyen-Konflikt: Gefechte mit tunesischem Militär

Einheiten des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben sich gestern im tunesischen Grenzort Dehiba offenbar Gefechte mit dem Militär des Nachbarlandes geliefert. Augenzeugen zufolge hätten zunächst Gaddafis Truppen Granaten auf Dehiba abgeschossen, wo sich libysche Rebellen verschanzt hätten. Dann rückten einige von ihnen in den Ort vor.

Es war das erste Mal, dass libysche Bodentruppen die Grenze überquerten. Die Aufständischen haben den Übergang Dehiba inzwischen nach eigenen Angaben zurückerobert. Der wichtigste libysch-tunesische Grenzübergang, rund zwei Autostunden weiter nördlich, war allerdings weiter unter Kontrolle der Gaddafi-Truppen.

Weiter erbitterte Kämpfe um Misrata

Unterdessen kämpften Gaddafis Truppen weiter erbittert um die Küstenstadt Misrata. Um den Flughafen der Stadt lieferten sich Rebellen und Regierungstruppen weiter heftige Gefechte. Dort waren zahlreiche Explosionen und anhaltendes Maschinengewehrfeuer zu hören. Nach Rebellenangaben griffen Panzer die seit zwei Monaten belagerte Stadt zeitgleich von Osten, Süden und Westen an. Aus Vororten waren heftige Schusswechsel und Explosionen zu hören.

Das Regime verkündete schließlich am späten Abend, man habe den für die Rebellen strategisch wichtigen Hafen unter Kontrolle. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben gab es nicht.