Elfenbeinküste: Gbagbo erkennt Niederlage an

Der frühere Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, scheint die Niederlage gegen seinen Kontrahenten Alassane Ouattara akzeptiert zu haben.

Nach einem Treffen mit Gbagbo in der nordivorischen Stadt Korhogo sagte der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu gestern Abend, der Ex-Staatschef habe den Wunsch geäußert, dass die Elfenbeinküste „zu einer normalen Lage“ zurückkehre und „die Wunden des Landes“ verbunden würden.

Unter Hausarrest

Gbagbo, der derzeit unter Hausarrest steht, befinde sich in einem guten gesundheitlichen Zustand. Tutu hielt sich zusammen mit der ehemaligen Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen, Mary Robinson, und dem früheren UNO-Generalsekretär Kofi Annan in der Elfenbeinküste auf.

Annan sagte nach dem Treffen mit Gbagbo, dieser habe nicht den Eindruck erweckt, dass er den Wahlsieg oder die Präsidentschaft Ouattaras infrage stelle. „Wir haben ihn ermutigt, seine Anhänger zur Ruhe und zur Versöhnung aufzurufen“, fügte er hinzu. Gbagbo zeigte sich nach dem Treffen zwar für einen Moment mit seinen drei Gästen, gab aber keine Erklärung ab.

Konflikt mit rund 1.000 Toten

Gbagbo hatte sich nach der Präsidentschaftswahl im November geweigert, seine Niederlage gegen Ouattara anzuerkennen. Am 11. April wurde er nach wochenlangen blutigen Kämpfen zwischen seinen Gefolgsleuten und Anhängern Ouattaras festgenommen. Nach UNO-Angaben kamen bei den Auseinandersetzungen knapp tausend Menschen ums Leben.