Zwölf Tote bei interreligiösen Zusammenstößen in Kairo

Bei Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen sind gestern in Kairo zwölf Menschen ums Leben gekommen. 230 weitere wurden verletzt, als in dem Arbeiterviertel Imbaba im Nordosten der ägyptischen Hauptstadt Muslime die koptische Kirche Sankt Mina angriffen, wie die Behörden mitteilten. Demnach wollten sie eine Christin befreien, die dort angeblich festgehalten wurde, weil sie sich zum Islam bekehrt hatte oder bekehren wollte.

Soldaten blockierten mit gepanzerten Fahrzeugen den Zugang zur Kirche und schossen in die Luft, um die beiden Parteien auseinanderzuhalten. Die beiden Gruppen warfen Steine aufeinander, während Muslime eine Wohnung nahe der Kirche durch einen Molotow-Cocktail in Brand setzten. „Oh Gott! Oh Jesus!“, riefen die Christen. Einige warfen den Soldaten vor, sie nicht ausreichend zu beschützen. Später gingen Sondereinsatzkräfte vor der Kirche in Stellung.

Der ägyptische Mufti Ali Gomaa verurteilte die Zusammenstöße. Sie könnten nicht von „gläubigen Menschen, die ihre Religion verstehen, ob Muslimen oder Christen“ verursacht worden sein, sagte der vom Staat ernannte oberste Geistliche des Landes nach Angaben der Nachrichtenagentur MENA. Ein General sagte im Fernsehsender ON-TV, die Armee werde nicht zulassen, dass eine Gruppe ihre Hegemonie in Ägypten durchsetze. Jeder am Ort der Zusammenstöße könne verhaftet werden, warnte er.

Video dazu in iptv.ORF.at