Elfenbeinküste: 220 Zivilisten von Gbagbo-Milizen getötet?

Kämpfer des ehemaligen Präsidenten Laurent Gbagbo haben nach Angaben der Regierung rund 220 Zivilisten im Südwesten der Elfenbeinküste getötet.

Gbagbo-treue Milizionäre sowie liberianische Söldner, die Anfang Mai von den Truppen von Präsident Alassane Ouattara aus der Metropole Abidjan vertrieben wurden, hätten „auf ihrer Flucht (...) Gräueltaten im Südwesten“ des Landes begangen, sagte Regierungssprecher Patrick Achi gestern im staatlichen Fernsehsender TCI. Die „makabre Gesamtzahl“ der Opfer liege bei 220 Toten und 17 Verletzten. Die meisten der Opfer seien aufgrund ihrer ethnischen Herkunft angegriffen worden.

Der Regierungssprecher kündigte eine verstärkte Sicherung der Grenze zu Liberia an, damit die Milizionäre und Söldner nicht zurückkehren könnten. Regierungschef Guillaume Soro habe Präsident Ouattara gebeten, in dieser Angelegenheit auf höchster Ebene mit Liberia zusammenzuarbeiten.

Im April festgenommen

Gbagbo hatte sich nach der verlorenen Präsidentschaftswahl Ende November geweigert, sein Amt aufzugeben. Nach tagelangen schweren Kämpfen wurde er am 11. April von Ouattaras Truppen in Abidjan festgenommen. Die letzten verbliebenen Gbagbo-treuen Kämpfer wurden am 4. Mai aus ihrer Hochburg, dem Stadtteil Yopougon in Abidjan, vertrieben. Anschließend entdeckte das Rote Kreuz in dem Viertel Dutzende Leichen. Die UNO entdeckte zehn Massengräber mit insgesamt 70 Leichen.