Richter fordern Prävention von Kindesabnahmen

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Die Familienrichter fordern mehr Präventionsarbeit, um die Anzahl der Kindesabnahmen in Österreich zu reduzieren. Die Zahl der fremduntergebrachten Kinder stieg in den letzten Jahren rasant, betonte Doris Täubel-Weinreich, Vorsitzende der Fachgruppe Familienrecht in der Richtervereinigung.

Ebenso im Anstieg begriffen sei auch die Zahl schwer erziehbarer Jugendlicher, warnte die Richterin. Hier sei ein Ausbau moderner pädagogischer Angebote dringend notwendig. In Österreich befinden sich derzeit 11.088 Kinder bei Pflegeeltern, in Kinderzentren oder in betreuten Wohngemeinschaften.

Angesichts des jüngsten OHG-Urteils, in dem einem Vater erstmals Anspruch auf Schmerzensgeld eingeräumt wurde, weil die Mutter den Kontakt mit dem Kind verhindert haben soll, zeigten sich die Familienrichter allerdings indifferent. Einerseits sei zu begrüßen, dass solches Verhalten belangt werden könne, andererseits sei aber die Erbringung von Beweisen nur schwer möglich.