Weber: Dissertation von Pilz ist Selbstplagiat

Erst vor wenigen Wochen hate der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten vorgestellt, wonach EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP) ein Fünftel seiner Dissertation plagiiert habe.

Nun ist der Grüne selbst ins Visier des als „Plagiatjäger“ bekanntgewordenen Medienwissenschaftlers Stefan Weber geraten: Pilz’ Dissertation sei ein Selbstplagiat, so der Vorwurf Webers. Konkret soll Pilz eine gemeinsam mit einem zweiten Autor verfasste Studie als Dissertation eingereicht haben, ohne das korrekt auszuweisen.

Er habe in der Einleitung behauptet, seine Doktorarbeit („Ökonomische Bedeutung der Einführung neuer Medien in Österreich“, 1983) „fußt“ nur auf der 1982 gemeinsam mit Hannes Werthner im Auftrag des Wissenschaftsministeriums verfassten Studie „Ökonomische Bedeutung der neuen Medien in Österreich“. Dabei sei die Dissertation „wort- und satzspiegelidentisch“.

Pilz weist Vorwürfe zurück

Damit liege „auf alle Fälle ein (juristisch unproblematisches, aber wissenschaftsethisch verschieden interpretierbares) Selbstplagiat vor“, so Weber. Immerhin habe Pilz „die Studie einfach in die Dissertation hineinkopiert“, so Weber zur APA. Zusätzlich könnte noch unethische Autorenschaft vorliegen: In der Dissertation werden Werthner nämlich nur gewisse Leistungen in der Empirie zugeordnet, in der Studie war er hingegen noch als gleichberechtigter Koautor genannt.

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Falter“ wehrt sich Pilz gegen die Vorwürfe: Da er darauf hinweise, dass die Dissertation schon als Studie veröffentlicht wurde, handle es sich um kein Selbstplagiat. Und da die Arbeit seines Studienpartners Werthner korrekt als Fremdleistung ausgeschildert worden sei, liege auch kein Diebstahl geistiger Arbeit vor.