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Zweiter Angriff binnen einer Woche

Mehr als hundert bewaffnete Taliban haben am Donnerstag laut örtlichen Sicherheitsbeamten einen pakistanischen Armeestützpunkt an der Grenze zu Afghanistan angegriffen. Bei dem Angriff in Südwaziristan kamen 20 Menschen ums Leben. 23 weitere wurden nach Angaben der Behörden bei dem stundenlangen Feuergefecht verletzt.

Dutzende mit Sturmgewehren und Panzerfäusten bewaffnete Taliban hätten den Posten bei Makeen gegen Mitternacht überfallen. Bei dem dreistündigen Schusswechsel seien acht Soldaten getötet und 13 weitere verletzt worden. Aufseiten der Taliban habe es zwölf Tote und zehn Verletzte gegeben.

Mörsergranate traf Haus von Familie

Erst vergangenen Donnerstag hatten zwischen 200 und 300 schwer bewaffnete Taliban einen Kontrollposten im Nordwesten Pakistans überfallen. Nach Angaben der Polizei im Distrikt Upper Dir starben dabei 27 Angehörige der Polizei und einer paramilitärischen Grenzschutzeinheit sowie acht Zivilisten. Laut Polizei wurden außerdem vier Mitglieder einer Familie, darunter Kinder, getötet, als eine Mörsergranate der Taliban ihr Haus traf. Ein Geistlicher einer örtlichen Moschee sei bei den 24 Stunden dauernden Gefechten ebenfalls ums Leben gekommen. Die pakistanischen Taliban hatten sich kurz darauf zu dem Angriff bekannt.

Die Taliban hätten zudem einen afghanischen Lastwagenfahrer getötet und dessen Fahrzeug übernommen, um Leichen ihrer Mitkämpfer abzutransportieren. „Als die Armeehubschrauber ihre Stellungen in den umliegenden Hügeln bombardierten, flohen sie (die Taliban) Richtung Afghanistan“, sagte der Polizeisprecher.

Erneut deutscher Soldat getötet

Die Taliban bekannten sich vergangene Woche auch zu einem Sprengstoffanschlag in der Provinz Baghlan im Norden Afghanistans. Bei dem Anschlag kam ein deutscher Soldat ums Leben, wie die deutsche Bundeswehr bestätigte. Demnach wurden außerdem zwei Bundeswehrsoldaten schwer und drei weitere leicht verletzt. In der Unterrichtung des Einsatzführungskommandos ans Parlament heißt es: „Bei dem Anschlag wurde ein Schützenpanzer Marder angesprengt, dabei ist ein deutscher Soldat gefallen.“ Der Soldat war der vierte getötete Deutsche in Nordafghanistan in nicht einmal zehn Tagen.

Zahlreiche Anschläge in Afghanistan

Erst Ende Mai waren bei einem Anschlag am Sitz des Gouverneurs der Provinz Takhar zwei deutsche Soldaten getötet und sechs weitere verletzt worden. Am Mittwoch vergangener Woche war außerdem bei einem Sprengstoffanschlag auf eine deutsche Patrouille in der Provinz Kunduz ein Bundeswehrsoldat getötet worden. Ein weiterer Soldat und ein afghanischer Übersetzer waren bei der Attacke verletzt worden.

Hunderte pakistanische Taliban-Kämpfer waren 2009 bei einer Armeeoffensive in Malakand nach Afghanistan geflohen. Zu Malakand gehören unter anderem Dir und das Swat-Tal.

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