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Kurz nach Tötung von Al-Kaida-Anführer

Bei drei US-Drohnenangriffen sind am Montag im Nordwesten Pakistans insgesamt mindestens 18 mutmaßliche Aufständische getötet worden. Alle Angriffe ereigneten sich im Bezirk Südwaziristan an der Grenze zu Afghanistan. Dort war erst am Freitag bei einem US-Drohnenangriff vermutlich der Al-Kaida-Führer Ilyas Kashmiri getötet worden, wie von amtlicher pakistanischer Seite verlautete.

Wie örtliche Sicherheitsvertreter mitteilten, wurden bei einem Angriff etwa zehn Kilometer nordwestlich von Wana, der wichtigsten Stadt in Südwaziristan, in der Früh sieben Rebellen getötet.

Fünf Mio. Dollar Kopfgeld auf Kashmiri

Wenige Minuten später sei zwölf Kilometer nordwestlich von Wana ein weiterer US-Drohnenangriff erfolgt, bei dem mindestens acht Rebellen ums Leben gekommen seien. Bei dem ersten Angriff seien ausländische Rebellen unter den Opfern gewesen, der zweite Angriff habe pakistanischen Taliban gegolten.

Beim dritten Angriff schoss die Drohne den Angaben zufolge zwei Raketen auf ein Fahrzeug mit Aufständischen im Gebiet von Dray Nishtar an der Grenze zu Nordwaziristan ab und tötete drei Rebellen. Die Angriffe erfolgten drei Tage nach der mutmaßlichen Tötung Kashmiris in derselben Gegend. Bei dem Angriff am Freitag waren insgesamt neun Menschen getötet worden. Auf den 47-jährigen Kashmiri hatten die USA ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (etwa 3,4 Mio. Euro) ausgesetzt.

Immer wieder Zivilisten unter Opfern

Seit der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden Anfang Mai durch ein US-Spezialkommando im pakistanischen Abbottabad wurden zwölf neue US-Drohnenangriffe in Pakistan bekannt. Die Angriffe stoßen in der pakistanischen Bevölkerung auf heftige Kritik, weil immer wieder auch Zivilisten getötet werden. Auch die pakistanische Regierung kritisiert die Angriffe der unbemannten US-Kampffluggeräte, duldet sie aber.

Das Stammesgebiet Südwaziristan an der Grenze zu Afghanistan gilt als Rückzugsort für Al-Kaida- und Taliban-Kämpfer.

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