Themenüberblick

Mehr Transparenz, kaum Kostensenkung

Während in Österreich nun mit dem Raiffeisenverband Salzburg die zweite Bank eine Bankomatgebühr einführt, schlägt sich Deutschland schon lange mit den - noch deutlich teureren - Zahlungen für Abhebungen bei „Fremdautomaten“ herum. Seit heuer wird den Kunden zumindest angezeigt, wie viel sie zu zahlen haben.

Darauf hatten sich Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen nach monatelangem Streit geeinigt. Auf eine gemeinsame Obergrenze konnten sich die Institute dagegen nicht verständigen. Lediglich die Privatbanken wie Deutsche Bank, Postbank und Commerzbank einigten sich auf maximal 1,95 Euro. „Das ist eine Größenordnung, die wir deutschlandweit für angemessen hielten“, betonte Frank-Christian Pauli vom deutschen Verbraucherzentrale Bundesverband.

Fünf Euro und mehr

Im Schnitt lägen die Gebühren aber nach wie vor deutlich höher. Besonders Sparkassen und Volksbanken verlangten in einzelnen Fällen von Nichtkunden beim Abheben fünf Euro und mehr. Die Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken stellen immerhin mehr als 80 Prozent der deutschen Bankomaten. Die tatsächlich entstehenden Kosten pro Abhebung für die Institute liegen laut Konsumentenschützern unter einem Euro.

Sparkassen und Volksbanken argumentieren, dass über den Markt das Abheben an fremden Automaten billiger werden dürfte. Denn der Kunde könne dank der neuen direkten Anzeige des Entgelts den Abhebevorgang jederzeit abbrechen. Daran haben Verbraucherschützer aber ihre Zweifel: „Wer an fremden Automaten abhebt, ist oft in Zeitnot und braucht akut Geld - da wird man kaum mehrere Automaten ausprobieren, bis man den günstigsten gefunden hat“, sagt Pauli. „Einige werden daher mit der geballten Faust in der Tasche jede Gebühr akzeptieren.“

Vorbild Österreich

Als Vorbild dient den Verbraucherschützern unter anderem Österreich: Dass der Wunsch nach günstigen oder sogar kostenlosen Abhebungen keine realitätsferne Träumerei sei, zeige ein Blick ins benachbarte Ausland: In Österreich und den Niederlanden und auch in anderen europäischen Ländern seien Abhebungen für Bankkunden an Automaten aller Institute kostenlos, betonte die Verbraucherzentrale.

Das deutsche Bundeskartellamt hat angekündigt, die Preisentwicklung an den Automaten genau zu beobachten. Damit droht den Banken grundsätzlich weiter Ärger von den Wettbewerbshütern, sollte das Abheben nicht billiger werden. Gerade in ländlichen Regionen bleibe abzuwarten, ob sich die Preise tatsächlich bewegen werden, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Nicht nur Konsumentenschützern sind die Gebühren ein Dorn im Auge, auch die Politik appellierte zumeist erfolglos für die Abschaffung der „Abzocke“.

Links: