Nötigung: Missio-Leiter weist Vorwürfe zurück

Der Leiter der Päpstlichen Missionswerke (Missio), Leo Maasburg, hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe sexueller Nötigung „mit aller Entschiedenheit“ zurückgewiesen. Gegen ihn ist Anzeige wegen sexueller Nötigung erstattet worden. Mutmaßliches Opfer ist eine heute 45-jährige ehemalige Bekannte des prominenten Geistlichen.

In einer Aussendung erklärte Maasburg, es habe mit der betreffenden Frau nie eine sexuelle, sondern nur eine freundschaftliche Beziehung gegeben. Er ortete Verleumdungen und ungerechtfertigte Unterstellungen und verwies auf einen Gerichtsgutachter, der bei der Frau einen dringenden Stalkingverdacht geäußert hatte.

Verdacht auf Borderline-Persönlichkeitsstörung

Unrichtig sei auch die im Sachverhalt erwähnte „Gegenüberstellung des mutmaßlichen Opfers mit Maasburg in Begleitung eines Psychiaters“. Vielmehr wurde die Frau von ihrem Therapeuten, Max Friedrich, begleitet, um den von Maasburg bereits vollzogenen Kontaktabbruch für die Frau leichter akzeptabel zu machen.

Der Grazer Psychiater und Gerichtsgutachter Peter Hofmann meint in seinem Gutachten „dass sich aufgrund der konkreten Datenlage der dringende Verdacht eines Stalkingverhaltens ergibt. Grundlage wäre in diesem Fall mit größter Wahrscheinlichkeit eine emotional instabile Persönlichkeit (Borderline).“

Auch Anzeige gegen Schulseelsorger

Laut der vom Wiener Anwalt Werner Schostal vorgelegten Sachverhaltsdarstellung soll es 1994 mehrmals zu sexuellen Übergriffen von Maasburg gekommen sein. Jedoch müsse geklärt werden, ob die Taten nicht bereits verjährt seien. Weiters heißt es darin, dass Kardinal Christoph Schönborn über die Vorfälle informiert gewesen sein soll. Eine weitere Anzeige richtet sich gegen einen Schulseelsorger in Tirol, der dieselbe Frau als Minderjährige missbraucht haben soll.

Maasburg ist seit 2005 Nationaldirektor von Missio Austria. Zuvor war er Priester der Erzdiözese Wien und enger Vertrauter sowie Beichtvater von Mutter Teresa, in deren Seligsprechung er involviert war. Maasburg galt darüber hinaus als einer der Favoriten für die Nachfolge des Grazer Diözesanbischofs Egon Kapellari, bevor dessen Amtszeit vom Vatikan nochmals verlängert wurde.