Skinhead-Reportage: Verfahren gegen Moschitz eingestellt

ORF-„Am Schauplatz“-Reporter Ed Moschitz hat im Rechtsstreit um eine Reportage über jugendliche Skinheads vor Gericht einen Etappensieg errungen. Wie die APA gestern erfuhr, stellte die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt das Ermittlungsverfahren gegen Moschitz wegen Anstiftung zur Wiederbetätigung ein.

Die Vorwürfe hatte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache erhoben, nachdem das ORF-Team mit zwei rechten Glatzköpfen bei einer Wahlveranstaltung der Freiheitlichen gedreht hatten.

Für die Strafverfolgungsbehörde ist der Vorwurf vom Tisch, Moschitz habe bei seiner Sozialreportage „Am rechten Rand“ die beiden Protagonisten Philipp R. und Kevin M. dazu angestiftet, die rechte Hand zum Hitlergruß zu erheben oder die Worte „Sieg Heil“ zu rufen.

Beweismittelfrage weiter offen

Offen ist laut Behördensprecher Erich Habitzl noch der Vorwurf der Beweismittelfälschung. Hier hat das Staatsanwaltschaft bereits zwei Gutachten eingeholt, um zu klären, ob ein Nazi-Sager eines der beiden Burschen im Nachhinein entfernt worden war.

Verfahren gegen Strache läuft

Wie Staatsanwaltschaftssprecher Erich Habitzl auf Anfrage der APA sagte, laufen die Ermittlungen gegen Strache noch. Dieser hatte Moschitz der Anstiftung zur Wiederbetätigung bezichtigt und auch den Vorwurf in den Raum gestellt, der ORF habe die Bänder im Nachhinein manipuliert, nachdem darauf keine einschlägigen Sager zu hören waren. Die Staatsanwaltschaft nahm deswegen Ermittlungen wegen möglicher falscher Beweisaussage und Verleumdung auf.