Afghanistans Zentralbank-Chef setzt sich ab

Nach der Krise der afghanischen Kabul Bank hat sich Afghanistans Zentralbankchef Abdel Kadir Fitrat in die USA abgesetzt. Fitrat halte sich derzeit in Washington auf, bestätigte das US-Außenministerium gestern. Über einen möglichen Asylantrag des Afghanen konnte Ministeriumssprecherin Victoria Nuland zunächst jedoch keine Angaben machen.

Laut einem Bericht der „New York Times“ hatte Fitrat zuvor in Interviews mit afghanischen Medien seinen Rücktritt erklärt. Nach seinen Ermittlungen zu den Korruptionsvorwürfen bei der privaten Kabul Bank sei in Afghanistan sein Leben in Gefahr gewesen, sagte Fitrat demnach.

Kunden stürmten Filialen

Die afghanische Zentralbank musste der Kabul Bank, die zum Teil dem Bruder von Präsident Hamid Karzai gehört, 2010 mit Krediten unter die Arme greifen. Medienberichten zufolge hatte die Führung der Privatbank Gelder veruntreut, so dass dem Haus die Zahlungsunfähigkeit drohte. Daraufhin hatten besorgte Kunden die Filialen der Bank gestürmt, um ihre Ersparnisse zu retten.