Einigung auf entmilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südsudan

Gut eine Woche vor der offiziellen Teilung des Sudan haben sich der Norden und der Süden auf eine entmilitarisierte Zone entlang der Grenze geeinigt. Beide Seiten unterzeichneten gestern in Addis Abeba ein Abkommen, wonach sich die Streitkräfte jeweils nur auf zehn Kilometer Entfernung der Grenze nähern dürfen, wie die Afrikanische Union (AU) mitteilte.

Die entmilitarisierte Zone soll demnach noch vor der geplanten Unabhängigkeitserklärung des Südsudan am 9. Juli eingerichtet werden. Sie solle entlang der Grenze für „Stabilität und ungestörte Entwicklung“ sorgen.

Zusammenarbeit mit EU-Vertretern

Die Einhaltung des Abkommens soll nach AU-Angaben von unbewaffneten Beobachtern beider Seiten in Zusammenarbeit mit UNO-Vertretern überwacht werden. An Kontrollpunkten sollen äthiopische Blauhelme präsent sein. Einem Vertreter des Nordens zufolge ist allerdings der Grenzverlauf zwischen beiden Landesteilen noch nicht abschließend geklärt. An vielen Stellen auf einer Länge von rund 2.000 Kilometern gibt es demnach weiterhin umstrittene Gebiete.

Im Vorfeld der offiziellen Unabhängigkeit des Südsudan hatten die Spannungen mit dem Norden dramatisch zugenommen. In mehreren Gegenden kam es in den vergangenen Wochen zu Gewalt. Für die umstrittene Region Abyei einigten sich beide Seiten am Dienstag auf eine entmilitarisierte Zone. In der nördlichen Region Südkordofan, wo Regierungtruppen gegen prosüdliche Milizen kämpfen, gibt es zwar noch keinen Waffenstillstand, aber zumindest eine Grundsatzeinigung zur Lösung des Konflikts.