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Immer wieder tierischer „Besuch“

In Schottland haben Quallen ein Atomkraftwerk vorübergehend lahmgelegt. Wie der Betreiber EDF Energy am Donnerstag meldete, mussten zwei Reaktoren des AKW Torness schon am Dienstag abgeschaltet werden, da eine Invasion der Meeresbewohner Schäden am Kühlsystem zu verursachen drohte.

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„Zu keinem Zeitpunkt“, hieß es von EDF Energy, habe durch den Zwischenfall ein Sicherheitsrisiko bestanden. Es handle sich allein um eine vorbeugende Sicherheitsmaßnahme. Auch für die Umwelt habe keine Gefahr bestanden.

Eine Verlegung der Filter durch Fremdkörper - egal welcher Art - könnte im äußersten Fall dazu führen, dass zu wenig Kühlwasser zufließt. Deshalb erfolge in derartigen Situationen eine Abschaltung, so der AKW-Betreiber. Die Reaktoren hätten problemlos heruntergefahren werden können. Die Stromversorgung der Region war vorerst nicht beeinträchtigt. Allerdings war laut „Guardian“ auch am Donnerstag noch nicht sicher, wann das AKW wieder ans Netz gehen kann.

Rätseln über Ursachen der „Invasion“

Die Reinigung der Filtersysteme in der Kühlanlage dauerte allerdings auch am Donnerstag noch an, da sich zahlreiche der Nesseltiere darin verfangen hatten. Laut der britischen „Daily Mail“ halfen Fischer bei der Säuberung der Wasserzuleitungen zum AKW.

Die Ursache für die Invasion könnte ein Anstieg der Wassertemperatur in der Nordsee sein, die zu einer starken Vermehrung der Tiere führte, hieß es. Laut „Daily Mail“ handelt es sich um Ohrenquallen (Aurelia aurita) aus der Familie der Schirmquallen.

Immer wieder Fremdkörper im Kühlsystem

Es sei nicht selten und keineswegs ungewöhnlich, dass sich Quallen, Algen oder unterschiedlichste Fremdkörper im Kühlsystem des AKW an der Küste sammeln, die mit dem Meerwasser eingepumpt werden und Schäden zu verursachen drohen, erklärte der britische AKW-Betreiber in einer Aussendung. Der Reaktorblock in Torness ist seit 1988 in Betrieb.

Robbe jagte im Kühlwasserpool

Den bisher wohl ungewöhnlichsten „Fang“ hatten Anfang Juni Techniker im Kühlsystem des AKW Hinkley Point an der südenglischen Küste bei Somerset, das ebenfalls von EDF betrieben wird, gemacht: Eine Robbe hatte dort in einem Kühlwassersammelbecken Jagd auf Fische gemacht.

Das Tier wurde unversehrt eingefangen, von einem Tierarzt untersucht und später an einen nahegelegenen Strand gebracht und dort ausgesetzt. Die AKW-Mitarbeiter tauften das Tier „Celia“. Der Betrieb in Hinkley Point wurde durch die „Robbenjagd“ nicht beeinträchtigt, hieß es damals.

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