Kaisersohn Otto Habsburg 98-jährig verstorben

Otto Habsburg-Lothringen, der älteste Sohn des letzten österreichischen Kaisers und ungarischen Königs Karl I. (IV.), ist heute in den frühen Morgenstunden in seinem Haus in Pöcking am Starnberger See in Bayern im Alter von 98 Jahren verstorben. Den Tod des Ehrenpräsidenten der Internationalen Paneuropa-Union und ehemaligen Alterspräsidenten des Europaparlaments teilte seine Pressesprecherin in einer Aussendung mit.

Jahrelang im EU-Parlament

Otto Habsburg, der zwanzig Jahre - von 1979 bis 1999 - für die bayrische CSU als Abgeordneter dem Europäischen Parlament angehörte, besaß die deutsche, österreichische und ungarische Staatsbürgerschaft.

Er war der mit Abstand dienstälteste Europa-Parlamentarier. Seit einem Treppensturz vor zwei Jahren war der ehemalige Kronprinz der österreichisch-ungarischen Monarchie gesundheitlich angeschlagen.

Für rasche Osterweiterung

Im Außenpolitischen Ausschuss des Europaparlaments setzte sich Otto Habsburg für die Länder jenseits des Eisernen Vorhangs ein und kämpfte für das Selbstbestimmungsrecht der Völker, für Minderheitenrechte und für eine rasche Osterweiterung der EU nach dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989.

Er war Initiator und Schirmherr des „Paneuropäischen Picknicks“ an der österreichisch-ungarischen Grenze, bei dem mehr als 600 DDR-Bürger nach Österreich flüchteten. 31 Jahre war er als Nachfolger des Gründers, Graf Richard Coudenhove-Kalergi, Präsident der Internationalen Paneuropa-Union.

Die genauen Termine für die Beisetzungsfeierlichkeiten werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.