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Mit 98 Jahren gestorben

Otto Habsburg-Lothringen, der älteste Sohn des letzten österreichischen Kaisers und ungarischen Königs Karl I. (IV.), ist am Montag in den frühen Morgenstunden in seinem Haus in Pöcking am Starnberger See in Bayern im Alter von 98 Jahren verstorben.

Den Tod des Ehrenpräsidenten der Internationalen Paneuropa-Union und ehemaligen Alterspräsidenten des Europaparlaments teilte seine Pressesprecherin in einer Aussendung mit.

„Friedlich eingeschlafen“

Otto Habsburg, seit dem Tod seiner Gemahlin Regina im Vorjahr verwitwet, ist nach Angaben einer Mitarbeiterin „friedlich eingeschlafen“. Der Ehrenpräsident der Paneuropa-Union hinterlässt sieben Kinder, 22 Enkelkinder und zwei Urenkel. Chef des Hauses Habsburg ist sein ältester Sohn Karl Habsburg-Lothringen, der in Österreich lebt. Der Verstorbene war Träger zahlreicher hoher Auszeichnungen. Zuletzt hatte ihm der französische Präsident Nicolas Sarkozy das Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion verliehen.

Sein Sohn Karl erklärte am Montag zum Tod des ehemaligen Erzherzogs: „Mein Vater war eine überragende Persönlichkeit. Mit ihm verlieren wir einen großen Europäer, der uns in allem, was wir heute tun, über die Maßen geprägt hat.“ Die genauen Termine für die Beisetzungsfeierlichkeiten werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Fest steht, dass Otto Habsburg gemeinsam mit seiner im Vorjahr verstorbenen Frau Regina ihre letzte Ruhestätte in der Wiener Kapuzinergruft, der Kaisergruft der Habsburger, beigesetzt werden. Der Sarg von Regina von Habsburg werde von der Veste Heldburg in Südthüringen umgebettet.

Jahrelang im EU-Parlament

Otto Habsburg, der zwanzig Jahre - von 1979 bis 1999 - für die bayrische CSU als Abgeordneter dem Europäischen Parlament angehörte, besaß die deutsche, österreichische und ungarische Staatsbürgerschaft.

Er war der mit Abstand dienstälteste Europaparlamentarier. Seit einem Treppensturz vor zwei Jahren war der ehemalige Kronprinz der österreichisch-ungarischen Monarchie gesundheitlich angeschlagen.

Für rasche Osterweiterung

Im Außenpolitischen Ausschuss des Europaparlaments setzte sich Otto Habsburg für die Länder jenseits des Eisernen Vorhangs ein und kämpfte für das Selbstbestimmungsrecht der Völker, für Minderheitenrechte und für eine rasche Osterweiterung der EU nach dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989.

Er war Initiator und Schirmherr des „Paneuropäischen Picknicks“ an der österreichisch-ungarischen Grenze, bei dem mehr als 600 DDR-Bürger nach Österreich flüchteten. 31 Jahre war er als Nachfolger des Gründers, Graf Richard Coudenhove-Kalergi, Präsident der Internationalen Paneuropa-Union.

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