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Zahlreiche Würdigungen

Das Ableben von Otto Habsburg hat zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer kondolierte am Montag der Familie Otto Habsburgs. Er äußerte in einer Aussendung seine „aufrichtige Anteilnahme zum Tode ihres langjährigen Familienoberhauptes“.

Mit Habsburgs Tod sei „eine Persönlichkeit von uns gegangen, deren Name in vielfältiger Weise mit der Geschichte unseres Landes verknüpft ist“, sagte Fischer. Er erinnerte daran, dass Habsburg vor genau 50 Jahren die „zunächst umstrittene Verzichtserklärung auf alle Herrschaftsansprüche“ abgab und sich „als getreuer Staatsbürger der Republik Österreich“ bekannte. Fischer sagte außerdem, „dass sich das Verhältnis zwischen der Republik Österreich und Dr. Otto Habsburg in den letzten Jahrzehnten in vernünftiger und positiver Weise entwickelt hat“.

„Historische Persönlichkeit“

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) zeigte sich „sehr betroffen“. Faymann würdigte den langjährigen Europa-Politiker als „historische Persönlichkeit, deren Leben mit der österreichischen Geschichte vielfältig verbunden war“. Besonders hob der Kanzler Habsburgs „entschiedene Gegnerschaft zu Nationalsozialismus und Faschismus“ hervor und „sein beherztes Auftreten für ein friedliches und vereintes Europa und für den Fall des Eisernen Vorhangs“ nach dem Zweiten Weltkrieg.

Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) betonte, Habsburg habe als „Vorreiter der paneuropäischen Bewegung maßgeblich an einer friedlichen Öffnung des Eisernen Vorhanges mitgewirkt“. Auch Habsburgs „stetes Eintreten gegen Nationalismus und Kommunismus“, würdigte der Vizekanzler.

„Politisch vorbildlich“

Auch für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist der Kaisersohn „immer - auch in den dunkelsten Zeiten - kompromisslos für Österreich eingetreten“ und habe sich stets für sein Land eingesetzt. Auch wenn die Republik - „namentlich die SPÖ“ - nicht immer anständig mit der Familie Habsburg umgegangen sei, so habe sich Habsburg „doch stets seine Liebe für das Land bewahrt und sich politisch vorbildlich für Österreich engagiert“.

BZÖ-Obmann Josef Bucher nannte Habsburg einen „Kämpfer für Österreichs Unabhängigkeit und Freiheit“. Dieser habe eine große Anzahl an Jugendlichen für das Friedensprojekt Europa begeistern können. Bucher würdigte ebenfalls den Kampf Habsburgs gegen das Nazi-Regime.

Grünen-Chefin Eva Glawischnig betonte, dass mit dem Tod Habsburgs „ein Teil österreichischer Geschichte“ gehe und erinnerte daran, dass der 98-Jährige mit vielen seiner Reden auch Diskussionen ausgelöst habe.

„Immer geschmerzt“

Kardinal Christoph Schönborn würdigte Habsburg als „großen Europäer von katholischer Weite“. Schönborn hat es „immer geschmerzt“, dass es in Österreich „so lange gedauert hat, bis es zu einer angemessenen Dankbarkeit gegenüber dem Haus Habsburg gekommen ist“. Es werde dem Land guttun, beim Requiem und der Beisetzung in der Kapuzinergruft „im Gebet und in Dankbarkeit an diesen großen Habsburger zu denken“.

Denn der Verstorbene sei „zweifellos einer der ganz großen Europäer“, der „gemeinsam mit Robert Schuman, Konrad Adenauer und Alcide De Gasperi in die Reihe der ‚Architekten des Europa-Gedankens und der europäischen Integration‘ gestellt werden“ könne, betonte Schönborn - der als Ordenskaplan des Habsburger Hausordens, der Ritter vom Goldenen Vlies, zugleich eine Art Hausseelsorger für das Haus Habsburg ist.

Auch international gab es zahlreiche Reaktionen, die Habsburgs Einsatz für Völkerverständigung und die europäische Einigung würdigten, darunter EU-Kommissionschef Josef Manuel Durao Barroso („wichtiger Impulsgeber“). Der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, Joseph Daul („Hat wie kein Zweiter die Geschichte der europäischen Einigung verkörpert“) und Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder.

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