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„Wie ein Kriegsgebiet“

Bei einer Explosion auf einem Militärstützpunkt in Zypern sind einem Agenturbericht zufolge mindestens 15 Menschen getötet worden. Dutzende weitere seien durch die Wucht der Detonation verletzt worden, meldete die halbamtliche Nachrichtenagentur Zyperns am Montag. Die Explosion habe sich auf einem Stützpunkt im Süden der Mittelmeer-Insel zwischen den Städten Limassol und Larnaka ereignet.

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Örtliche Medien berichteten, auf der Evangelos-Florakis-Basis sei in der Früh um 6.00 Uhr (Ortszeit; 05.00 Uhr MESZ) Feuer ausgebrochen. Die Flammen hätten auf zwei von 98 Container mit Schießpulver übergegriffen und diese seien daraufhin in die Luft geflogen. Auch ein Elektrizitätswerk wurde schwer beschädigt und sorgte für Stromausfälle. Das behinderte vorübergehend auch den Betrieb auf den Flughäfen von Larnaka und Paphos.

Auch Strandbars beschädigt

„Die Gegend sieht wie ein Kriegsgebiet aus“, berichtete ein Augenzeuge dem Fernsehsender Sigma. Der Stützpunkt soll völlig zerstört worden sein. Auch umliegende Gebäude, Tavernen und Bars am Strand neben dem Stützpunkt seien schwer beschädigt worden. „Überall hier liegen Splitter und Scherben“, sagte der Besitzer einer Taverne dem Sender RKI. In der Ortschaft Mari seien fast alle Gebäude durch die Druckwellen der Explosionen beschädigt worden.

Autofahrer von Trümmern verletzt

Dutzende Autofahrer wurden auch auf der Autobahn Larnaka - Limassol durch Splitter verletzt. „Es kamen aus dem Himmel Holzlatten, Eisenstangen, ganze Teile von Dächern auf uns runter“, schilderte eine Autofahrerin im Fernsehen. Die Detonationen seien „ohrenbetäubend“ gewesen, hieß es.

Über zivile Todesopfer gibt es noch keine Meldungen. Verletzte wurden in das Krankenhaus von Limassol gebracht. Auch in Larnaca sei man auf Notfälle vorbereitet, erklärte der Krankenhaussprecher gegenüber „Cyprus Mail“.

Konfiszierte Munition explodiert

Es wird vermutet, dass auf der Basis auch Munition gelagert wurde, die Zypern 2009 von einem Boot konfiszierte, das Waffen von Syrien in den Iran liefern sollte. General Petros Tsalikidis bestätigte gegenüber „Cyprus Mail“, dass die Explosion durch die vor drei Jahren konfiszierte Munition ausgelöst wurde, und sprach gleichzeitig von „einer großen Katastrophe“. Im Präsidialgebäude in der Inselhauptstadt Nikosia begann eine Krisensitzung unter Vorsitz des zyprischen Präsidenten Dimitris Christofias, wie das Staatsfernsehen meldete.

Größtes Elektrizitätswerk lahmgelegt

Durch die Explosionen ist es auch zu Stromausfällen auf der Insel gekommen. Wie der Sprecher des staatlichen Elektrizitätswerks erklärte, wurde die größte Stromstation der Insel durch die Detonationen lahmgelegt. „Wir können die Schwere der Schäden noch nicht ausmachen, aber sie haben biblische Ausmaße“, erklärte Costas Gavrielides gegenüber Reuters.

Zyperns Elektrizitätsgesellschaft rief alle Bürger auf, Strom zu sparen. „Bitte benutzen Sie Generatoren und stellen Sie ihre Klimaanlagen aus“, hieß es in einer Erklärung der Gesellschaft. Das Elektrizitätswerk Vassilikos liegt in unmittelbarer Nähe der Marinebasis.

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