Gesichtserkennung via iPhone dient zur Strafverfolgung

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US-Strafverfolgungsbehörden erhalten ein mobiles Gesichtserkennungsgerät, um verdächtige Personen auch unterwegs schnell identifizieren zu können. Über 40 Behörden quer über alle US-Bundesstaaten sollen ab September ihre Beamten mit dem umstrittenen Gerät ausstatten, wie das „Wall Street Journal“ gestern berichtete.

Das von BI2 Technologies entwickelte Gerät erlaubt es den Beamten, Personen aus einer Distanz von etwa 1,5 Metern oder weniger zu fotografieren, um danach das Bild mit einer Datenbank abzugleichen. Damit würden etwa Personen, die sich nicht ausweisen können, sofort identifiziert werden können. Auch die Identifikation über die menschliche Iris oder Fingerabdrücke beherrsche das Gerät, das zur vollständigen Funktion mit einem iPhone verbunden werden muss. An einer Version für andere Betriebssysteme wie Android oder Windows Phone werde gearbeitet.

Datenschützer warnen

Derartige Geräte wurden bis dato nur vom Militär genutzt, um etwa Aufständische in Afghanistan oder im Irak zu identifizieren. Nach dem geplanten Roll-out melden Datenschützer nun ihre Bedenken an dem neuen Gadget an. Zum einen bestehe die Gefahr, dass das Gerät missbräuchlich verwendet werde. Auf der anderen Seite stelle sich aber auch die prinzipielle Frage, ob für eine solche Form von Datenerhebung nicht eine rechtliche Legitimation notwendig sei.

Das Fotografieren von Personen, die sich im öffentlichen Raum bewegen, ist Privatpersonen ebenso erlaubt wie der Polizei. Sollte jedoch eine Person von einem Beamten gestoppt oder aufgehalten werden, sei die Situation völlig anders zu bewerten, so Experten. Laut einem Entscheid des höchsten Gerichts dürfe nur mit einem „begründetem Verdacht“ ein Fingerabdruck genommen werden. Zu Gesichts- oder Iriserkennung gebe es jedoch noch keine Regelung, weshalb sich diese Technologien im rechtlichen Graubereich befinden würden.