Früherer KGB-Offizier festgenommen

Ein Ex-Offizier des sowjetischen Geheimdienstes KGB, der wegen seiner Rolle bei einem Massaker in der litauischen Hauptstadt Vilnius im Jahr 1991 gesucht wurde, ist in Österreich festgenommen worden. Einer der Verdächtigen in der „Affäre des 13. Jänner“ sei gefasst worden, teilte der litauische Staatsanwalt Tomas Krusna gestern mit.

Er sei am Donnerstag festgenommen worden und befinde sich in österreichischer Haft. Die Identität des Mannes gab der Staatsanwalt nicht bekannt. Laut litauischen Medien handelt es sich um den früheren KGB-Offizier Michail Golowatow.

Angriff auf Fernsehturm in Vilnius

Golowatow hatte als Kommandeur der Spezialeinheit Alpha am 13. Jänner 1991 den Angriff auf den Fernsehturm in Vilnius geleitet. Bei dem Versuch der sowjetischen Zentralregierung, die litauische Unabhängigkeitsbewegung niederzuschlagen, wurden 14 Menschen getötet und 700 weitere verletzt.

Golowatow ist in Litauen wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, im vergangenen Jahr wurde gegen ihn ein europäischer Haftbefehl ausgestellt. Im Fall einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Nach Angaben von Krusna könnte seine Auslieferung bis zu drei Monaten dauern.