Zeitungen in Deutschland vor unbefristetem Streik

Bei deutschen Zeitungen stehen die Zeichen auf Streik. In Baden-Württemberg votierte eine große Mehrheit der Redakteure für unbefristete Arbeitsniederlegungen, in anderen Bundesländern sind für die kommenden Tage ebenfalls Urabstimmungen geplant. Seit Monaten verhandeln Gewerkschaften und Verleger über einen neuen Tarifvertrag.

Hauptstreitpunkte sind neue Gehaltstarife für Berufsanfänger und die Kürzung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, die die Arbeitgeber fordern. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und die Gewerkschaft ver.di lehnen das ab und wollen für die 14.000 Redakteurinnen und Redakteure Einkommensverbesserungen von vier Prozent durchsetzen.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) verlangt dagegen Abstriche bei den Einkommen und verweist auf die schwierige finanzielle Lage der Blätter. Der Verlegerverband hatte in Aussicht gestellt, auf abgespeckte Einstiegsgehälter zu verzichten, wenn die Gewerkschaften im Gegenzug einer Verschmelzung von Urlaubsgeld und Jahresleistung auf ein Monatsgehalt zustimmen - derzeit belaufen sich diese Zahlungen auf 1,75 Monatsgehälter.