IHS: Internet dämpft Inflation

Die Bedeutung des Internets für die Volkswirtschaft steigt. Das Internet habe mittlerweile etwa signifikanten Einfluss auf die Inflation. Zu diesem Schluss kam Bernhard Felderer, Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS), bei der Präsentation einer Studie zu den „volkswirtschaftlichen Impulsen des Internets in Österreich“ heute in Wien.

Auf Basis der Auswertung von Statistikdaten der vergangenen zehn Jahre habe das IHS die Auswirkungen auf die Wirtschaft Österreichs untersucht. So bringe das Netz etwa 6.000 zusätzliche Jobs pro Jahr, was in etwa 15 Prozent des österreichischen Beschäftigungswachstums entspreche. Der Anteil am BIP-Wachstum liege bei sieben Prozent. Das sei zwar kein riesiger, aber auch „kein zu vernachlässigender Anteil“, so der IHS-Direktor.

Inflationsdämpfend

Auch auf die Inflation wirke sich das Internet „nachweislich“ aus. Von 1995 bis 2008 ließ sich ein durchschnittlicher inflationsdämpfender Effekt von 0,18 Prozent jährlich nachweisen. „Das ist kumuliert immerhin ein Kaufkraftgewinn von knapp zwei Euro pro 100 Euro“, so Felderer. Beim Außenhandel machte sich das Internet zwischen 1997 und 2008 mit jährlich durchschnittlich 1,6 Prozent mehr Im- bzw. Exporten bemerkbar.

ISPA kritisiert A1-Marktmacht

Im Rahmen der Studienpräsentation kritisierte der Auftraggeber, der Verband der Internetserviceprovider (ISPA), die Situation auf dem heimischen Markt. In den vergangenen Jahren wuchs beim festnetzbasiertem Breitband der Marktanteil des Marktführers A1 Telekom Austria auf 53 Prozent. Der EU-Durchschnitt liege bei lediglich 47 Prozent, kritisierte ISPA-Präsident Andreas Koman.